| Labyrinth der Masken. Das Havanna-Quartett: Sommer
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Neues Thema - gewohnte Atmosphäre
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Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Labyrinth der Masken. Das Havanna-Quartett: Sommer (Broschiert) Dieser Roman ist der dritte Band von Paduras Havanna-Quartett. In diesem Band steht dabei der Sommer im Vordergrund. Wie in den beiden ersten Bänden steht auch hier der Tentiente Mario Conde im Mittelpunkt der Geschehnisse. Einige seiner Kollegen sind verschwunden und auch die Vorzimmerdame seines Chefs wurde ausgetauscht. Außerdem bietet ihm sein Chef zu seinem Leidwesen keinen guten Kaffee mehr an dafür aber einen Fall, der ihn auf Grund des Personalmangels vom Schreibtisch zurück auf die Straße bringen soll.
Im Stadtpark wurde in Flussnähe die Leiche eines jungen Transvestiten gefunden und diese weist einige Sonderbarkeiten auf. So hat sie sich obwohl sie mit einem Schal erwürgt wurde offensichtlich nicht gegen den Täter gewehrt. Darüber hinaus scheint dieser Transvestit nur ausnahmsweise in Frauenkleidern unterwegs gewesen zu sein und dies ausgerechnet am 6. August - dem katholischen Feiertag der Verklärung Jesu. Und im seinem After finden sich zwei Peso-Stücke.
Wie die meisten Kubaner ein entschiedener Homophob muss sich De Conde nun mit einem Teil der kubanischen Welt auseinander setzen, der ihm fremd und bedrohlich erscheint und darum zunächst unheimlich Aggressionen in ihm hervorruft. Doch im Zuge seiner Ermittlungen beginnt er eine Menge über die homosexuelle Kultur und Transvestitentum zu lernen und ist gegen seinen Willen davon fasziniert. Dies führt aber nicht wie man eventuell erwarten würde zu einer Bekehrung a lá Cruising aber zu einer liebevollen Akzeptanz einer anderen Form der Lebensführung. Daneben gibt es durch den Mord auch Bezüge zur literarischen Szene Kubas und dabei speziell zu einem Autor, der in den 70er Jahren nicht als systemkonform genug gegolten hatte. In diesem Buch kommt El Conde wieder auf seine eigenen schriftstellerischen Ambitionen zurück und so kommen wir nebenbei noch in den Genuss einer ziemlich netten Kriminalkurzgeschichte.
Neben der sehr schönen und interessanten Geschichte, die auch atmosphärisch und philosophisch sehr dicht ist, liefert uns diese Ausgabe auch eine Kurzbiographie des Autors, eine Bibliographie und ein kurzes Essay in dem sich Thomas Wörtche mit dem Inhalt dieser Geschichte auseinander setzt. Das ist auch interessant, aber ich finde, die Geschichte ist angenehmer ohne das Nachwort.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 27. Juni 2007 |
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